Typen von Mitarbeitenden - Der Blender

Typen von Mitarbeitenden: Teil 4 – Der Blender – echt gut im Täuschen

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Blender sind in der Unternehmenswelt eine nicht gerade seltene Spezies. Sie plustern sich gern auf, machen sich wichtig, prahlen mit ihren Fähigkeiten und Verdiensten. Damit passen sie im Prinzip perfekt in eine auf Leistung fixierte Kultur, wie man sie in zahlreichen Unternehmen vorfindet. Bescheidenheit gilt hier nicht als Tugend. Vielmehr geht es darum, das eigene Wirken stets im besten Licht darzustellen. Falls es da nicht viel zu beleuchten gibt, hilft man eben nach. Mehr Schein als Sein, so lautet das Motto. Manche Blender übertreiben nur in einem Bereich, geben zum Beispiel vor, besonders qualifiziert in Sachen Fremdsprachen zu sein. Andere präsentieren sich als wahre Multitalente, perfekt in agilem Teamwork, akribisch in der Projektorganisation und empathisch in der Kundenbetreuung.

Ein guter Blender versteht sich darauf, aus wenig mehr zu machen. Im Bewerbungsverfahren stellt er sich zum Beispiel als optimaler Kandidat dar, der alle, wirklich alle Anforderungen erfüllt. Zur Not lügt er, dass sich die Balken biegen. Das macht er immerhin so gut, dass selbst erfahrene Führungskräfte auf ihn reinfallen. Sie lassen sich von seinem selbstbewussten Auftreten überrumpeln. Sie sind geradezu stolz darauf, einen solch hervorragend qualifizierten Mitarbeiter für das Unternehmen gewonnen zu haben. Sie vertrauen dabei ihrem schier untrüglichen Gespür für Menschen, das sie in jahrlanger Führungspraxis erworben haben. Diese Selbstzufriedenheit werden sie allerdings bitter bereuen.

Denn früher oder später fliegt jeder Blender auf. Das Kartenhaus aus Übertreibungen und Lügen bricht zusammen. Die Enttäuschung auf Seiten derjenigen, die dem Blendwerk vertraut haben, ist dann groß.

Lösungsansatz: Aufwachen in der Realität

Um einen Blender zu entlarven, sollte man das, was er verspricht und behauptet, mit dem vergleichen, was er tatsächlich leistet. Man sollte also einen knallharten Realitätscheck vornehmen. Als Führungskraft sind Sie dem Blender vermutlich eine ganze Weile auf den Leim gegangen. Eventuell aufkommende Zweifel haben Sie beiseite gewischt: „Das kann doch nicht sein. Das wird schon.“ Irgendwann aber schwante Ihnen, dass der Kaiser womöglich nackt ist. Was nun?

Konfrontieren Sie den Blender mit der Realität. Wenn Sie zum Beispiel bemerken, dass seine Leistung weit hinter dem liegt, was er zugesagt hat, legen Sie ihm das sachlich dar. Am besten anhand von messbaren Ergebnissen. Seien Sie gefasst auf eine mitunter heftige Reaktion Ihres Gegenübers. So mancher Blender tritt die Flucht nach vorn an, weil die nackte Wahrheit sein Selbstbild erschüttert. Er droht mit Kündigung („Wenn meine Leistung nicht anerkannt wird, habe ich hier nichts mehr verloren!“) oder wird aggressiv und beschuldigt Sie der Verzerrung von Tatsachen.

Im extremsten (und zugleich seltensten) Fall haben Sie es mit einem pathologischen Lügner zu tun, der an Realitätsverweigerung leidet. Dann ist eine Trennung von dieser Person unvermeidlich.

Aber auch Sie selbst werden einiges zu verdauen haben. Schließlich haben Sie sich blenden lassen, eventuelle Warnzeichen übersehen, Ihrem Bauchgefühl zu sehr vertraut. Betrachten Sie das Ganze als Erfahrung, aus der Sie lernen können, um beim nächsten Blender von Anfang an kritischer zu sein.

Text stammt aus dem Buch Workbook Leadership: Erfolgreich handeln in typischen Führungssituationen von Hadassah Aschoff.
Das Buch zeigt, dass erfolgreiche Mitarbeiterführung je nach Firmengröße, Branche und Mitarbeitercharakteren etwas völlig anderes bedeutet. Auch Firmenhistorie und Vorinhaber können eine wichtige Rolle spielen. Anhand von illustrierten Fallbeispielen – von der Unternehmensorganisation oder dem gezielten Umgang mit verschiedenen Mitarbeiter-Typen bis hin zum Klassiker der Unternehmensnachfolge – werden unterschiedliche Herausforderungen der Mitarbeiterführung und häufige Denkfehler beleuchtet.
Seit 15 Jahren berät die Autorin Unternehmen, seit fast zehn Jahren leitet Hadassah Aschoff das Institut für psychologische Beratung Bildung (IPBB) in Kiel. Ihrem Team und ihr selbst sind alle in diesem Buch vorgestellten Situationen in wechselnden Variationen vielfach begegnet. Um die Herausforderungen optimal anzugehen, ist der Beratungsansatz psychologisch fundiert, berücksichtigt aber gleichzeitig die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Das Buch Workbook Leadership: Erfolgreich handeln in typischen Führungssituationen von  Hadassah Aschoff erhalten Sie im Buchhandel.

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