Mitarbeiterbindung über Extraleistungen?

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Der Arbeitsmarkt ist weltweit seit Jahrzehnten massiven Veränderungen unterworfen. In vielen Branchen wird es immer schwieriger, die richtigen Leute zu finden – der berüchtigte Fachkräftemangel. Wie also dafür sorgen, dass die begehrten Nachwuchskräfte nicht zur Konkurrenz gehen?

Geld allein…

Finanzielle Anreize allein sind immer weniger erfolgreich und können sogar für das Unternehmen das ein oder andere Problem mit sich bringen:

  1. Ein finanzieller Anreiz kann nur auf klar sichtbaren Ergebnissen/Erfolge basieren, was aber oft die reale Arbeitsleistung einzelner Personen nicht adäquat widerspiegelt.
  2. Ein solcher Anreiz regt zu „Tricksereien“ an, wie z.B. ein übertriebener Fokus nur auf spezielle, ergebnisreiche Aufgaben, während andere Verantwortungen dafür zu kurz kommen.
  3. Finanzielle Anreize stärken nicht die Beziehung zum Arbeitgeber und sind durch Konkurrenten einfach zu imitieren oder zu überbieten.

Der Spruch „Geld allein macht nicht glücklich“ gilt für immer mehr Menschen stärker als je zuvor. Wer heute nach einem Arbeitgeber sucht, sucht nicht nur etwas, um das eigene Leben zu finanzieren. Sondern auch etwas, um es für sich sinnvoll zu füllen.

Extraleistungen steigern Attratkivität des Arbeitgebers

Attraktive Extraleistungen für die (zukünftigen) Angestellten sind daher eine beliebte Methode, um die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeiter zu erhöhen und zu erhalten.

So kann durch regelmäßigen Austausch von Vorgesetzen und Angestellten nicht nur die Beziehung und Wahrnehmung von Wertschätzung verbessert, sondern auch gegenseitiges Verständnis entwickelt werden. Wellness- und Sportangebote sowie lockere Gleitarbeitszeiten erhöhen die Produktivität nicht nur dadurch, dass die Angestellten weniger krank sind, sondern dass sie sich mit der Stelle und dem Arbeitgeber einfach wohler fühlen. Wenn die Angestellten ihre persönlichen Einstellungen und Ziele in ihrer Arbeit und dem Arbeitgeber widerspiegeln können, ist dieser auch längst nicht mehr so austauschbar, selbst wenn woanders vielleicht genau so viel oder sogar mehr Lohn winken würde.

Interessanterweise werden laut einer Studie solche Maßnahmen in amerikanischen Unternehmen vor allem dann angewandt, wenn eine finanzielle Unterstützung für Arbeitslose in einem ausreichenden Maß geboten und vergleichsweise gut zugänglich ist – in Deutschland also der Normalzustand. Eine zeitweise Arbeitslosigkeit wirkt dann deutlich weniger bedrohlich, sodass die Möglichkeit einer Kündigung eher in Betracht kommt.

Fazit

Man kann also die klassischen Aspekte eines guten Arbeitsplatzes nicht komplett durch Müsli, Massagen und Mario Kart ersetzen. Aber dennoch sind heute solche und andere Aspekte nicht zu vernachlässigen, wenn auch die jüngeren Fachkräfte sich für ein Unternehmen interessieren sollen.